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Teilnahme am Erörterungstermin zur Werksdeponie „Halde Oetelshofen“

Mehr Platz für das Erdreich

Bereits seit 1900 betreibt das Familienunternehmen Kalkwerke H. Oetelshofen GmbH & Co. KG in Wuppertal den Steinbruch „Grube Osterholz“. Das beim Kalkabbau verbleibende Abraumgestein – also Erdreich aus Sand, Lehm und Kalksteinresten – wird hierbei auf die Werksdeponie Halde Oetelshofen umgelagert. Diese Deponie soll nun vergrößert werden, was in einem Planfeststellungsverfahren zu entscheiden ist. Die geplanten Maßnahmen beinhalten unter anderem die Vergrößerung der Abraumhalde um rund 5,64 Hektar sowie eine Erhöhung des Abraumvolumens um etwa 2,2 Millionen Kubikmeter bei einer Endschütthöhe von 250 Meter über Normalhöhennull (NHN).

Ein Teil des Antrags für das Planfeststellungsverfahren war die erforderliche Staubprognose, welche durch die Ramm Ingenieur GmbH angefertigt wurde. Aufgrund dieser Beteiligung am Projekt waren wir auch mit zwei Mitarbeitern beim Erörterungstermin in der Wuppertaler Uni-Halle am 22. September 2020 vertreten.

Viele offene Fragen

Der Termin sollte dazu dienen, die Fragen der Betroffenen und der Träger öffentlicher Belange zu erörtern. Hierzu gehörten Anwohner und Naturschutzverbände sowie die lokalen Behörden. Neben dem Unternehmen KWO standen auch diverse Fachgutachter den interessierten Besuchern Rede und Antwort, um eine Vielzahl von Fragen zu beantworten. Geprägt wurde der Termin von einem respektvollen Umgang aller Seiten miteinander. Vor allem die Anwohner hatten viele Fragen und Sorgen, auf die bei dieser Gelegenheit ausführlich eingegangen werden konnte.

Vor der Hacke ist es dunkel

„Warum gibt es so viel Abraumgestein?“ war eine der vorherrschenden Fragen. Immerhin hatten die Kalkwerke das aktuelle Abbaugebiet vorab mit Probebohrungen untersucht, der benötigte Haldenplatz war entsprechend eingeplant worden. Eine Rasterbeprobung, wie sie nach dem wissenschaftlichem Standardverfahren durchgeführt wurde, ermöglicht jedoch nur eine Schätzung des Vorkommens. Und wie Bergleute und Geologen wissen: „Vor der Hacke ist es dunkel.“ So erwies sich das Mineralvorkommen beim Abbau als weniger hochwertig und rein, als man aufgrund der Prognosen erwartet hatte.

Eine andere Frage war, warum der Abbau nicht wie im Bergbau von statten gehen kann, also Stück für Stück, von links nach rechts. Denn dann könnte man den Abraum direkt wieder in die Grube zurückverlagern. Das ist leider nicht so einfach: Kalk muss Schicht für Schicht abgebaut werden, denn es gibt viele verschiedene Qualitäten innerhalb des Vorkommens, die für einen effektiven Ertrag nur sortiert abgebaut werden können. Und: Ein reiner Abbau des qualitativ besten Gesteins würde bedeuten, auf einen großen Teil der vorhandenen Rohstoffe zu verzichten. Dies käme Raubbau gleich.

Eine Sorge, die man den Anwohnern nehmen konnte, war die vor einer Vergrößerung des Abbaugebietes, nachdem man weitere Kalkvorkommen festgestellt hatte. Ein Abbau dieser Vorkommen wurde nicht beantragt. Auch dem Naturschutz konnte man weiter entgegenkommen: Der geplante Schutzwall wird durch eine hohe Bepflanzung ersetzt, die den gleichen Zweck erfüllen soll.

Entscheidung steht noch aus

Eine Entscheidung über das Vorhaben wurde bei dem Termin nicht getroffen. Die Ergebnisse des Erörterungstermins werden von der Behörde in die Entscheidungsfindung einbezogen, mit der Ende Oktober begonnen wird.

Ausführliche Informationen zu dem geplanten Vorhaben finden Sie auf der Homepage der Kalkwerke H. Oetelshofen GmbH & Co. KG.

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